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Mein Leben mit Erythrophobie

                                                    

   

Erythrophobie. Eigentlich bin ich zufällig auf dieses Thema gestoßen. Es ging mir mit 13/14 Jahren ziemlich schlecht, weil ich bei jeder Kleinigkeit knallrot angelaufen bin. Man brauchte mich nur ansehen und schon sah ich aus wie eine Tomate. Egal wer mich ansah, ob es ein Lehrer war oder jemand fremdes- immer wurde ich rot. Damit meine ich nicht leicht rosa, sondern wirklich, richtig rot. Bis ich im Internet Informationen zu dieser Krankheit gefunden habe, war ich wirklich davon überzeugt, dass ich der einzige Mensch auf der Welt bin, der so schnell so rot anlaufen kann.

Ich fing an mich immer mehr zurückzuziehen, da es für mich nichts Peinlicheres gab als dieses Erröten. Ich musste mir Kommentare anhören wie „Ich hab noch nie jemanden gesehen, der so rot wird wie du“  das machte es natürlich alles noch schlimmer, weil ich wusste, dass es auffällt.  

Meine Noten wurden schlechter, weil ich mich aus Angst zu erröten, nie am Unterricht beteiligt habe. Auch insgesamt zog ich mich zurück. Während meine Freundinnen die ersten Erfahrungen mit Jungs machten, verkroch ich mich zu Hause, wo mich niemand sehen konnte. Wenn meine Freundinnen mich fragten, ob ich mit ihnen weggehen möchte, lehnte ich ab- es könnte ja sein, dass ich schon wieder in aller Öffentlichkeit rot anlaufe. Das ist nicht nur peinlich für mich, sondern auch für meine Freunde. Irgendwann fragte mich niemand mehr, ob ich Lust hätte irgendwo hinzugehen. Warum auch? Ich wäre ja doch nicht mitgekommen. Somit kann ich niemandem einen Vorwurf machen, es ist ja eine ganz natürlich Reaktion auf mein Verhalten, schließlich habe ich ihnen das Gefühl gegeben, dass ich nichts mit ihnen zu tun haben will.  Einsamkeit, Traurigkeit, Selbsthass und Suizidgedanken waren u.a. die Folge. Ich würde auch sagen, dass das Erröten eine Ursache für meine Essstörung ist.

Heute kann ich mit meiner Erythrophobie besser umgehen. Es war zwar ein sehr langer Weg, der nicht immer einfach war, aber mit viel Übung kann man etwas verbessern. Ganz zu Anfang bin ich mit drei Schichten Make Up durch die Gegend gelaufen, damit aus dem knallrot zumindest ein zart rosa wurde. Mein Gesicht sah aus wie das einer Porzellanpuppe, aber im Vergleich zu der Angst vor dem Erröten fühlte ich mich wohler. So konnte ich gelassener einkaufen gehen und hatte keine Panik mehr, wenn ich an der Kasse stand und der Kassiererin „Guten Tag“ sagen musste. Solche kleinen Erfolge haben mich von Mal zu Mal mutiger gemacht und teilweise werde ich schon gar nicht mehr rot.

Neue Situationen überfordern mich allerdings immer noch und ich ziehe mich zurück, lasse andere reden, um zu verhindern, dass ich angesehen werde.

Das allerschlimmste sind für mich immer noch Unterhaltungen mit dem anderen Geschlecht.

Aber ich arbeite fleißig weiter an mir und gebe mein Bestes, in der Hoffnung irgendwann vielleicht ganz normal durch die Welt spazieren zu können (:

 

5.8.09 22:24


Vertrauen

So standen wir auf einem Drahtseil und ich hielt Dich an der Hand. Doch Du hast sie weggeschlagen, weil Du dachtest, ich lasse Dich fallen und Du fielst.

Zitat von Christoph Mittler-Coe (1965)

                                  

Vertrauen ist wichtig - so viel steht fest. Jeder Mensch wurde irgendwann schon einmal von irgendwem enttäuscht. Wenn ich richtig darüber nachdenke wurde ich schon von jedem Menschen den ich kenne mindestens ein Mal [gravierend] enttäuscht. Sei es die beste Freundin, die Familie oder einfach nur Bekannte aus der Schule.

Ich kann einfach niemandem mehr wirklich vertrauen so sehr ich es auch möchte. Diese Hintergedanken schleichen sich immer wieder ein. Ich setze Vertrauen seit einiger Zeit mit Abhängigkeit gleich und wenn ich von jemandem abhängig bin, bin ich machtlos und jede Situation kann außer Kontrolle geraten ohne, dass ich etwas dagegen tun kann.

Durch das mangelnde Vertrauen steht immer eine Wand zwischen mir und anderen Personen. Nie kann ich offen über mich  und meine Gefühle sprechen. Es ist wie ein Schild, das mich vor negativen Erfahrungen bewahren soll, denn man kann nicht enttäuscht werden, wenn man sich auf nichts einlässt und keine Erwartungen hat.  

Wie kommt es zu diesem Misstrauen?

Jeder Mensch hat sich in seinem Leben eine bestimmte Grundeinstellung hinsichtlich anderer Menschen zugelegt. Diese Grundeinstellung entwickeln wir aufgrund unserer Erfahrungen in der Kindheit. Kleine Kinder haben ein absolutes Vertrauen in die Menschen, bis sie erfahren, dass sie enttäuscht werden können.

Solche Situationen können sein:
wenn niemand da ist, wenn sie Hilfe brauchen
wenn die Eltern etwas ankündigen und es nicht einhalten,
wenn zu hohe Anforderungen als sie gestellt werden, sodass sie immer wieder erleben, etwas nicht zu schaffen,
wenn sie immer kritisiert werden,
wenn die Eltern sie grundlos schlagen oder beschimpfen,
wenn die Eltern sie überbehüten und keine eigenen Erfahrungen machen lassen,
wenn die Eltern launisch sind und ihre Launen am Kind auslassen,

wenn Kinder sich einer Situation hilflos ausgeliefert fühlen wie beispielsweise einem langen Krankenhausaufenthalt oder einer Kinderkur, wenn eines der Elternteile stirbt oder die Eltern sich trennen.

In solchen Situationen lernen Kinder, ein geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in andere Menschen oder in das Leben zu entwickeln.

Quelle: www.psychotipps.com

5.8.09 20:35


Der Tod - Das Ende - Die Erlösung?

[Magersucht gilt als schwerste psychosomatische Krankheit bei Mädchen und jungen Frauen, da sie eine Mortalitätsrate von 10- 20% aufweist]

                               

Aber was passiert, wenn man so weit ist, dass man sich entweder für den Tod oder für das Leben entscheiden muss? Den Tod zu wählen ist egoistisch. Aber wenn er doch das Beste ist? Wenn man die Hölle, in die man sein Leben verwandelt hat einfach so verlassen kann, ohne noch etwas dafür tun zu müssen. Ist es wirklich egoistisch zu gehen, wenn man nur unglücklich ist? Es ist auf jeden Fall leichter zu sterben, als den Weg zurück ins Leben zu suchen. In das wahre Leben- nicht die bloße Existenz. Am Ende wird man vielleicht glücklich sein, diesen beschwerlichen Weg auf sich genommen zu haben. Es ist auf jeden Fall erstrebenswert irgenwann einmal glücklich zu werden. Aber eben nur vielleicht. Der Tod ist gewiss - danach ist alles vorbei.

Ich habe Angst. Nicht vor einem möglichen Ende, aber vor den Konsequenzen. Auch wenn ich mich immer allein fühle- ich weiß, dass ich irgendwo im Leben einiger Personen stehe und bin mir nicht sicher, ob ich einfach so gehen könnte.

Andererseits habe ich Angst vor dem Weg ins Leben. Würde ich das schaffen? 

                               

Ich möchte hier keinesfalls den Eindruck einer sogenannten "ATTE"-Einstellung* erwecken. Aber früher oder später - je nach Krankheitsgrad - muss man sich zwangsläufig mit diesem Thema auseinandersetzen und ich mache mir da so meine "was - wäre - wenn" Gedanken.

*Anmerkung: Diese ganzen Pro-und ATTE-Lifestyles - oder nicht Lifestyles - sind meiner Meinung nach völlig absurd- aber dazu komme ich später mal.

4.8.09 22:53


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