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Porzellan Puppe

                                                 

Ich komme mir vor wie eine Puppe aus Porzellan. So zerbrechlich, leicht zu verletzen, zu entstellen. Am Anfang hatte ich viele Bewunderer, Freunde, die gerne mit mir zusammen waren. Dieses permanente Lächeln wirkte unbeschwert, ich war nicht kompliziert sondern leicht umgänglich- pflegeleicht.

Doch der ein oder andere ließ mich fallen und ich zerbrach in Scherben. Sie verließen mich, da ich kaputt war. Doch einige blieben noch für eine Weile und klebten mich wieder zusammen.  Nach einiger Zeit wurde es ihnen zu anstrengend mich zu halten und ab und zu einige Scherben noch einmal zusammen zu kleben, wenn sie wieder drohten auseinander zu brechen. Sie  ließen mich fallen und so zerbrach ich von neuem.

Hin- und hergerissen- so oft zerbrochen und wieder geflickt -Narben- ich bin hässlich. Nicht mehr das lachende Püppchen, das den Anderen Freude bringt. Kein Lächeln. Es ist verzerrt. Auf manche wirke ich gruselig, auf andere wiederum traurig, unnahbar. Niemand kommt mehr zu mir- sie wollen nicht sehen, dass sie eine Teilschuld tragen. Sie haben mich zerbrochen, sie sind für diese Scherben verantwortlich. Das ertragen sie nicht. Ich habe das alles mit mir machen lassen, war nie in der Lage meine wahren Gefühle zu offenbaren. Immer nur hinnehmen und lächeln- alles ist gut.

Als ich das letzte Mal zerbrach, kam niemand mehr um mich wieder zusammenzusetzen. Zu viele Teile, zu viele Narben- es lohnt sich ganz einfach nicht mehr. Jetzt liege ich in Scherben am Boden und niemand ist mehr da, der die Wunden heilen kann. Mein Lächeln ist verschwunden und ich finde es nicht wieder. Sie haben es zerstört. Es liegt irgendwo in einem Haufen voller Scherben. Niemand kann es finden. Niemand. Denn um es zu finden, muss man durch dieses Scherbenmeer- und wer würde die Gefahr auf sich nehmen, sich selbst zu verletzen nur um einer leeren Puppe ihr Lächeln wiederzuschenken?

4.9.09 18:39


Essstörungen- Krankheiten des 21. Jahrhunderts.

In keiner Epoche wurde das Schönheitsideal so einheitlich verbreitet wie heute. Weltweit sieht man dünne Mädchen und Frauen, die über Laufstege stolzieren. Durch die modernen Medien wird ein Maßstab verbreitet, dem viele Frauen gerne entsprechen würden. Gleichzeitig kann man sich jedoch vor Werbung für Fast-Food-Ketten wie McDonalds und Burger King, die bekanntermaßen keine kalorienarmen Speisen verkaufen, kaum retten. Es wird also ein sehr widersprüchliches Bild verbreitet, denn Fast Food macht mit Sicherheit nicht schlank und schön. So kommt es auch zu einem Überfluss an Werbung für Diäten und „schlank machende“ Medikamente.  

Es hat sich auch sehr viel geändert. Zum Beispiel haben die Schaufensterpuppen heute 10cm weniger Hüftumfang und 5cm dünnere Oberschenkel als in den 20er Jahren. Und Marilyn Monroe würde heute mit einer Konfektionsgöße von 42 mit Sicherheit keine Aufträge mehr von einer Modelagentur bekommen.

Schön und gut. Für mich ist das Argument, dass das heutige Schönheitsideal  die Schuld an den ganzen Essstörungen trägt zumindest nachvollziehbar. Nichts desto trotz sind Magersucht und Bulimie ein viel  komplexeres Phänomen und sie können nicht allein darauf reduziert werden. Es geht nur am Rand um das dünn sein. Die eigentlichen Ursachen liegen in der Psyche.

Magersucht ist demnach auch nicht erst im 20. Jahrhundert mit dem neuen Schönheitsideal entstanden, wie z.B. der Brief der heiligen Margret von Cortona an ihren Beichtvater, der ihr befohlen hatte zu essen beweist:

„Lieber Vater, ich werde nicht zulassen, daß meine Seele Frieden mit meinem Körper schließt, und ich habe auch nicht die Absicht, mich zu verstellen. Deshalb erlaubt mir, meinen Körper zu zähmen, indem ich meine Ernährungsweise nicht verändere; ich werde für den Rest meines Lebens nicht mehr damit aufhören, bis kein Leben mehr in mir ist. Mein Fleisch ist keineswegs so schwach, wie es den Anschein hat; es verhält sich nur deshalb so, damit ich nicht Buße von ihm fordere für die Schuld, die es auf sich lud, als es weltliche Freuden suchte… Oh, mein Körper warum hilfst du mir nicht, meinem Schöpfer und Heiland zu dienen? Warum bist du jetzt nicht ebenso gehorsam, wie du vorher ungehorsam warst. Seine Gebote? Klage nicht, weine nicht; gib nicht vor, halbtot zu sein. Du wirst das Gewicht tragen, das ich auf deine Schultern lege, alles… Nicht nur der Nahrung wollte ich mich in diesem meinem sterblichen Leben enthalten, sondern jeden Tag tausend Tode sterben, wenn dies möglich wäre.“

Tod am 22. Februar 1297 durch Verhungern.

Quelle: Alice im Hungerland, Marya Hornbacher

Magere Körper wirkten schon immer faszinierend und so wurden früher z.B. auf Jahrmärkten Menschen, die lange Zeit gehungert hatten ausgestellt. Sie wurden für ihre Stärke bewundert, galten aber auch als sonderbar.

Menschen, die auf Nahrung verzichteten wurden teilweise als Heilige verehrt und selbst heute spielt dieser Verzicht beispielsweise in Religionen als Askese eine bedeutende Rolle. Diese Menschen erscheinen stark, sie beherrschen ihren Körper und ihre Bedürfnisse.

Obwohl die Zahl der Essgestörten seit den 50er Jahren zunimmt (4/100.000 sind betroffen vgl.1970: 16-20/100.000 sind betroffen), gibt es meiner Meinung nach viel zu wenig Aufklärung über die eigentlichen Ursachen und was es bedeutet mit einer Essstörung leben zu müssen.

6.8.09 21:07


Rebecca

 Rebecca von Daphne Du Maurier - 1938   

                                     

Zusammenfassung:

Eine junge, verwaiste Frau, die als Gesellschafterin ausgebildet werden soll, trifft in Monte Carlo den älteren und reichen Maxim de Winter. Schon bald hält er völlig überraschend um ihre Hand an. Nach glücklichen Flitterwochen kommt das Paar nach Maxims Zuhause, dem eindrucksvollen Herrensitz Manderley.

Hier beginnt für die neue Mrs. de Winter eine schwere Zeit. Ihre Vorgängerin, Rebecca de Winter, kam vor einem Jahr bei einem Bootsunfall ums Leben. Überall wird noch von ihrer Schönheit und ihrer Ausstrahlung gesprochen. Alles auf Manderley erinnert an sie. Am schlimmsten ist die Haushälterin Mrs. Davers, eine strenge Person, die Rebecca über alles liebte. Der neuen Mrs. de Winter schlägt blanker Hass entgegen.

Die junge Frau wird immer unsicherer, ständig fühlt sie den Vergleich mit ihrer Vorgängerin um sich. Auch Maxim verändert sich. Mehr und mehr zieht er sich zurück und verfällt in tiefe Melancolie. Denkt etwa auch er immer noch an Rebecca? Doch dann geschieht ein Zwischenfall, der plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen lässt ...

Quelle: Amazon, Kundenrezension

Mich berührt dieses Buch, bei jedem Lesen von neuem, da ich mich mit der Protagonistin, deren wirklichlicher Name im gesamten Roman nicht ein einziges Mal erwähnt wird(!), identifizieren kann. Eine june Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist und bei ihren Vergleichen zu anderen immerzu schlecht abschneidet. Am Ende findet sie jedoch zu sich selbst und ist die Person, die sie sich immer gewünscht hat zu sein.

Das weckt immer wieder neue Hoffnung, dass alles einmal besser wird  ♥

5.8.09 22:53


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